Wann redet man von einer Steuerhinterziehung?

Posted By on Februar 27, 2012

In der deutschen Öffentlichkeit wird in regelmäßigen Abständen die wichtige Frage gestellt: Wann spricht man von Steuerhinterziehung? Auf den ersten Blick mag die Fragestellung zu Anfang einfach wirken, jedoch wenn man sich keinesfalls mit dem Steuerrecht auskennt, kann die Antwort ziemlich kompliziert ausfallen. Sobald ungenügend Steuern an die staatlichen Finanzbehörden abgeführt, somit im rechtlichen Sinne verkürzt werden, ist dies eine Steuerhinterziehung, welche als Straftat gilt und dementsprechend verfolgt wird. Hier holt man sich oftmals Ratschlag vom qualifizierten Wirtschaftsprüfer.

In welchen Fällen spricht man noch von der Steuerhinterziehung? Das ist keinesfalls bloß dann der Fall, wenn den Finanzämtern falsche bzw. unvollständige Angaben übermittelt werden. Sogar der Versuch ist nach internationalem Strafrecht bereits strafbar. So ein Straftatbestand kann nach geltendem deutschen Recht mit Freiheitsstrafe oder im günstigsten Fall mit einer immensen Geldstrafe geahndet werden. Sogar das Verschweigen von steuerlich wesentlichen Tatsachen bzw. das pflichtwidrige Unterlassen der Verwendung von Steuerzeichen oder Steuerstempel, beispielsweise bei der Zigarettenproduktion, sind strafbar. Probleme aufzudecken und den legitimen Rahmen einzuhalten, hierfür sind Steuerprüfer ausgebildet und in der Lage.

Unternehmen und Selbständige erhalten für die Ausführung ihrer Aufträge Mehrwertsteuer und es kann hierbei passieren, dass sie diese nicht an das Finanzamt abführen. Internationales Steuerrecht besagt, selbst die Einkommenssteuer ist oftmals Gegenstand von Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Strafbar macht man sich folglich, sobald man ein gewerbsmäßiges Einkommen erzielt, es aber nicht bei dem Finanzamt vorschriftsmäßig angibt. Strafbar machen sich ebenfalls jene Leute oder Firmen, welche Schwarzgelder ins Ausland transferieren, dort gewinnbringend anlegen, jedoch sich zugleich der Besteuerung in Deutschland hinterziehen. Die Diskussionen um sogenannte Steuer-CD, die aus der Schweiz oder Liechtenstein in die Bundesrepublik kamen, führten zu reichlichen Ermittlungsverfahren und folgenden Nachzahlungen.

Wann also redet man von Steuerhinterziehung? Es handelt sich bei Steuerhinterziehung um ein ernstes Delikt, obwohl es die Gesellschaft mehr und mehr als Kavaliersdelikt betrachtet, nicht zuletzt dank der bekanntgewordenen Verfahren gegen Prominente. Abhilfe kann hier ein Wirtschaftsprüfer leisten. Eine Selbstanzeige kann hilfreich sein, vergleichsweise glimpflich aus einem solchen Verfahren herauszukommen. Mit sogenannten Steueramnestien wird andererseits regelmäßig geworben. Jeder kann somit der Strafverfolgung entkommen, indem man erheblich Steuern nachzahlt, von denen sich der Staat Mehreinnahmen in Milliardenhöhe verspricht. Man sollte sich als Betroffener aber nicht in jedem Fall darauf einlassen: selbstverständlich ist der allererste Schritt, einer Steuerhinterziehung aus dem Wege zu gehen und die Steuern regelmäßig abzuführen. Der Ratschlag eines Steuerberaters kann dem Unkundigen im Zweifel immer weiterhelfen.

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